Die 7 größten Ausreden, die dich vom Malen abhalten und wie du sie auflösen kannst

Was hält dich vom Malen ab

Viele, viele Menschen, mit denen ich rede sagen: ich habe früher auch so gerne gemalt, aber heute … ich kann das gar nicht mehr. Ich habe keine Zeit. Ich habe keinen Platz. Ich habe nicht die richtigen Materialien. Was soll das auch? Wozu sollte ich Bilder malen? Das ist doch nutzlos. Das sind alles Ausreden, die wir uns erzählen und die uns davon abhalten, auf die leisen Wünsche unserer Seele zu hören.

Kennst du diesen Spruch?

Wer etwas will, sucht Wege. Wer etwas nicht will, sucht Gründe.

Er ist mir schon vor etwa 15 Jahren begegnet und seitdem erinnere ich mich immer wieder an ihn. Ich bin verdammt gut darin, Gründe zu suchen – oder anders ausgedrückt: Ausreden. 😁

Obwohl ich nie etwas anderes machen wollte als zu malen, habe ich doch im Laufe des Lebens gemerkt, dass es in meinem Umfeld nicht besonders erwünscht war. Ich hörte – manchmal vielleicht auch nur unterschwellig – Dinge wie: Zeitverschwendung, Vergeudung von Material, dass es egoistisch ist, mich damit zu beschäftigen, wo es doch 1000 wichtigere Dinge zu tun gibt. Später dann kamen eigene Gedanken dazu wie: ach, vielleicht habe ich ja doch gar kein Talent. Ich kann das nicht mehr. Ich wüsste auch gar nicht, wie und wo ich anfangen sollte, ich glaube, meine Kreativität ist verloren gegangen und hat mich verlassen … Da kam einiges zusammen. Und doch spürte ich den Drang danach wie eine leise Sehnsucht, die allerdings mit der Zeit immer stärker und stärker wurde, bis ich sie nicht mehr ignorieren konnte.

Ich denke, der zugrunde liegende Punkt bei all diesen Ausreden war letztendlich: Angst. Angst, nicht gut genug zu sein, die Angst egoistisch zu sein, denn: darf ich mir dafür überhaupt Zeit nehmen? … Und die Frage WOZU? Wozu sollte ich wieder mit dem Malen anfangen? Wie gut mir das Malen tut, habe ich allerdings recht schnell gemerkt. Wie ich all meine Ausreden auflösen konnte, um doch zu zeichnen und auf meine innere Stimme zu hören – das kannst du hier nachlesen. 

Klamüsern wir einmal alle Ausreden im Einzelnen auseinander und schauen uns an, wie wir eine Lösung dafür finden können, damit sie sich tatsächlich in Luft auflösen und damit auch du die wunderbare Erfahrungen machen kannst, die das Malen auch für dich bereit hält. Warum auch du wieder mit dem Malen anfangen solltest und warum das Malen gerade auch für uns Erwachsene heilsam ist, kannst du in diesem Artikel nachlesen.

1. Die ‚Ich habe keine Zeit‘-Ausrede

Zeit ist meiner Meinung nach der Engpassfaktor Nummer 1. Da gibt’s wenig dran zu rütteln. Wir sind alle so sehr in unseren Alltag eingespannt und in auch in unseren Gewohnheiten ein stückweit gefangen, dass es nicht einfach ist, hier etwas zu ändern. Ich kämpfe immer noch jeden Tag damit, dass der Tag einfach zu wenige Stunden hat. 😉

Als wir Kinder waren, hatten wir natürlich viel mehr Zeit. Wir mussten vielleicht im Haushalt helfen und natürlich in die Schule gehen, aber dennoch hatten wir viel weniger Verpflichtungen als heutzutage. Heute ist jeder Tag unendlich voll. Wo sollen wir da noch die Zeit finden?

Wenn wir als Erwachsene etwas Neues lernen wollen, denken wir oft: ich probiere das mal im Urlaub oder ich fange damit an, wenn ich in Rente bin, dann kann ich mir die Zeit dafür nehmen. Abgesehen davon, dass man als Rentner nie Zeit hat – ich kenne da einige Beispiele aus eigener Erfahrung 😆 – ist diese Ausrede ja nun wirklich Quatsch. Es geht doch gerade darum, JETZT etwas für sich zu tun und jetzt wohltuende Erfahrungen zu machen und sich einen Ausgleich zu schaffen – mitten im stressigen Alltag. Weil es einem gut tut! Die Vorteile des Malens oder was auch immer es ist, das DIR gut tut, entfalten sich außerdem nur, wenn man sie regelmäßig macht und zwar jetzt und nicht irgendwann. Ich habe mal einen witzigen Spruch gelesen. Der ging ungefähr so: Wenn du zu wenig Zeit hast oder zu gestresst bist, um eine Stunde am Tag zu meditieren, dann solltest du zwei Stunden am Tag meditieren. Genauso ist es auch mit dem Malen. Je gestresster wir sind, umso mehr brauchen wir doch einen Ausgleich. Und zwar einen, der uns wirklich gut tut und keine Ablenkung im Außen.

Im Grunde ist es alles eine Frage der Prioritätensetzung. Wenn du sagst: Ich bin zu beschäftigt, um zu malen, dann bedeutet das im Grunde, dass diese anderen Dinge wichtiger sind als das Malen. Und das ist ok, wenn du damit zufrieden bist. Wenn nicht, dann ist es an der Zeit, die Prioritäten etwas zu verschieben.

Sagen wir lieber nicht: Ich wünschte, ich hätte Zeit zum malen, sondern ehrlicherweise:  Ich wünschte, malen wäre so wichtig für mich, so dass ich mir die Zeit dafür nehmen würde.

Lass dir diesen Satz ruhig noch einmal auf der Zunge zergehen und dann lass uns einsehen: Es ist unsere eigene Entscheidung, wofür wir uns Zeit nehmen.

Ich wäre auch ohne zu malen den ganzen Tag ausgelastet. Es gibt immer Dinge zu tun. Meist die dringlichen. Aber die dringlichen Dinge sind nicht immer die wichtigen. Ich möchte mir aber Zeit für Dinge schaffen, die mir wirklich wichtig sind. Und wie tue ich das? Ich tue die Dinge, die mir nicht so wichtig sind entweder seltener oder ich trödele dabei nicht mehr so herum, so dass ich schneller mit ihnen fertig bin. Und da es mich nicht gerade in Ekstase versetzt, Staub zu saugen, ist es doch ein doppelter Gewinn, wenn ich jetzt schneller damit fertig werde.

Ich schaffe mir meine Zeitfenster! Und wenn ich das nicht alleine schaffe, dann muss ich meine Familie mit ins Boot holen. Mittlerweile wissen meine Kinder und mein Mann, wie wichtig mir diese Zeit ist und ermöglichen sie mir. Denn bin ich glücklich, ist die ganze Familie glücklich. 😉

Ich habe also irgendwann angefangen zu überlegen, wie viel Zeit ich in der Woche gerne mit dem Malen verbringen möchte. Am besten ist es natürlich, jeden Tag etwas Kleines zu malen. Ich denke, 10 bis 20 Minuten kann sich jeder von uns am Tag frei schaufeln. Das ist realistisch, so dass wir nicht enttäuscht wieder aufgeben müssen, wenn es einfach nicht klappt, uns zwei Stunden hin zu setzen.

Und dann ist es ja so:

Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.

Seneca

Seneca hatte recht. Offenbar war das schon vor langer Zeit so, dass Menschen ihre Zeit nicht immer sinnvoll nutzen. Auch heute noch vergeuden wir oft unsere Zeit, zum Beispiel mit Scrollen durch Facebook oder immer wieder neuen youtube-Videos. Ich erwische mich schon manchmal dabei, bei Youtube hängen zu bleiben, aber letztendlich nehme ich nicht besonders oft etwas aus den Videos mit und bin nur enttäuscht von mir, dass ich in der schönen Zeit nicht lieber selber produktiv war und dass sie nun vorbei ist. So verbrachte Zeit bringt nur oberflächlich gesehen Erholung, aber sie hinterlässt einen schalen Nachgeschmack. Ich bin mir sicher, das kennt jeder von uns. Solche Zeit bringt uns nicht weiter, im Gegenteil. Wir fühlen uns oft schlechter als vorher, denn nun haben wir tatsächlich Zeit vergeudet. Zeit, die uns niemand zurück gibt und die uns nichts gibt.

Was ist aber, wenn du zu erschöpft bist, auch nur einen Stift in die Hand zu nehmen. Was tust dann? Sind das nicht gerade die Momente, in denen wir uns gerne mit dem Handy auf’s Sofa plumpsen lassen und anfangen, durch Instagram oder facebook zu scrollen? Wie ich aber eben festgehalten habe, führt das zu nichts. Nicht einmal zu Erholung. Wie, um Himmels willen, sollst du aber jetzt die Kraft und Willensstärke aufbringen zu malen? Das ist gar nicht so schwer, wie du denkst. Die Willenskraft lässt sich tatsächlich regenerieren. Tue dafür einmal 15 Minuten gar nichts. Und damit meine ich wirklich nichts. Laufe ziellos umher, schaue aus dem Fenster, betrachte die Wolken, hänge deinen Gedanken nach, schaue deinen Kindern oder der Katze beim spielen zu … Bei mir kommt dann ziemlich schnell das Gefühl auf, wieder produktiv sein zu wollen, um nicht an Langeweile zu verenden. Ich möchte mich dann mit etwas Spannendem beschäftigen und etwas tun. Also nutze ich mein Zeitfenster, um ein wenig zu malen. Schließlich habe ich mich ja dafür entschieden, dass das Malen einen Platz in meinem Leben haben soll. Es ist kein Muss, aber es zieht mich zum Malen hin. Ich freue mich darauf, endlich los legen zu können.

Vielleicht kannst du deinen Tag auch von vornherein so planen, dass du eine Tageszeit findest, in der du dir ein neues Wohlfühl-Ritual schaffst, zu dem Malen dazu gehört? Oder einen Anker setzen, d.h. das Malen immer mit einer anderen Tätigkeit verknüpfen und so eine Routine schaffen.  Wie wäre es damit, nach dem Aufstehen zu malen? Wenn dich der Gedanke begeistert und du dich darauf freust, kannst du sogar eher aufstehen dafür. Oder wie wäre es, vor dem Einschlafen eine Runde zu malen? Ich finde das sehr beruhigend und kann danach gut einschlafen. Oder wie wäre es in der Frühstücks- oder Mittagspause?

Du musst auch nicht jedes Mal etwas zu Ende bringen. Vielleicht fängst du heute an, verbesserst morgen etwas daran und bist übermorgen fertig. Oder du brauchst 2 Wochen für ein Bild, auch gut. Oder du probierst jeden Tag eine neue Sache aus. Keiner hetzt dich, außer deiner eigenen Ungeduld vielleicht. Ich weiß, wovon ich spreche. 😋

Wichtig ist, dass du das Malen nicht nur auf eine To-Do-Liste setzt, denn das ist nur eine Liste, die dir sagt, was du gerne mal machen möchtest. Aber wenn du die Zeit nicht terminierst, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es nie dazu kommt. Auch hier spreche ich aus eigener leidvoller Erfahrung 😬. Setze das Malen daher auf deinen Kalender und blocke dir diese Zeit. Sieh es mal so: Du setzt damit Zeit zum Glücklichsein auf deinen Kalender. Was könnte es Wichtigeres und Schöneres geben? Ich nutze übrigens den Google-Kalender dafür. Dort vergebe ich für alle meine Aufgaben von der To-Do-Liste einen Termin. Und ich sage dir, es fühlt sich sowas von gut an, wenn ich dann tatsächlich tue, was ich mir vorgenommen habe.

Noch eine wichtige Anmerkung : Ich finde es wichtig, dass das Malen nicht ein weiterer Punkt auf deiner Aufgabenliste wird. Ich kann für mich sagen, dass ich ohne Vorfreude an der Sache nichts wirklich zustande bekomme. Ich versuche immer als erstes, mich mit meiner Version von meinem kreativen Selbst zu verbinden. Warum ist mir das Malen so wichtig? Warum möchte ich es unbedingt machen?

Das Malen soll Wohlfühlzeit für dich sein – Zeit, in der du dich mit etwas beschäftigst, dass dir gut tut und das du gerne tun möchtest. Kreativität lässt sich auch nicht erzwingen. An manchen Tagen hast du Lust, an anderen wieder gar nicht. Das ist vollkommen normal!!! Setze dich bitte nicht unter Druck! An solchen Tagen koloriere ich gerne auch einfach nur Zeichnungen und höre nebenbei einen Podcast. Zum Kolorieren brauche ich offenbar nicht so viel Hirnschmalz wie zum Skizzieren. Dann genieße ich einfach die Zeit mit meinen Aquarellbuntstiften, den Aquarellfarben oder dem Ipad.

Worin ich selber noch konsistenter werden möchte ist aber, dass ich dennoch diese Zeit, in der ich nicht wirklich Lust habe kreativ zu sein, nutze um etwas Neues zu lernen. Nehmen wir an, ich möchte lernen, Hände zu malen. Ich suche mir also Infos und sage mir, dass ich heute wenigstens versuche, eine Hand zu malen. Was ist der kleinste Schritt, den du an so einem Tag tun könntest? Dir vielleicht 10 Minuten zu nehmen und eine Anleitung suchen und wenigstens die Kontur der Hand zu malen? Oder auch nur einen Strich? Dann tue das. Keiner wird dich deswegen tadeln und du selbst sollest stolz auf dich sein, dass du dran geblieben bist. Und nun rate mal, was mir meistens passiert? Ich schaue mir eine Anleitung dazu an und bin sogleich wieder motiviert, das auch einmal zu versuchen. Trick 17 🤗

Noch etwas, das ich auch noch versuche, öfter umzusetzen: Zeichne unterwegs in deinem Skizzenbuch. In der Bahn auf dem Weg zur Arbeit, im Wartezimmer beim Arzt, an der Bushaltestelle, während du im Restaurant auf dein Abendessen wartest. Nutze diese Leerlaufzeiten und kümmere dich nicht darum, ob andere gucken könnten. Du tust es für dich und willst niemand anderen damit beeindrucken. Und nichts ist schlimmer, wenn du eine Idee hast, die dich ganz aufgeregt macht und du hast nichts zum Skizzieren dabei. In solchen Momenten könnte ich platzen!

Schließlich ist es auch so, dass wir mit der Zeit schneller werden im skizzieren. Wir müssen auch nicht jedes Mal ein vollständiges Bild malen oder bis zur Perfektion fertig malen. Eine kleine Skizze am Tag ist ein toller Anfang!

Ich würde an dieser Stelle gerne noch ein paar Punkte zum Thema Gewohnheiten verändern sagen, aber da das hier den Rahmen sprengen würde, kannst du das gerne in diesem Artikel nachlesen: Die 15 besten Wege, um regelmäßig zu malen.

Lösung:

  • Es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen – wie nutzt zu deine? Setze Prioritäten und triff eine Entscheidung, ob das Malen Zeit und Raum in deinem Leben haben soll
  • Erledige Dinge, die getan werden müssen, schneller 
  • Finde eine Zeit für dein neues Ritual, finde einen Anker (eine andere Tätigkeit, mit der du es verknüpfst) und setze deine eigene Wohlfühlzeit auch tatsächlich auf deinen Kalender
  • Tue 15 Minuten nichts und fühle die Langeweile in dir aufsteigen, bis du wieder Lust bekommst, etwas zu tun
  • Was ist der kleinste Schritt, den du heute tun kannst? Z.B. Aufwärmübungen wie: ich male jetzt für 5 Minuten mit Bleistift oder Fineliner gerade Striche, Kreise, Blumendoodles oder was mir auch immer in den Kopf kommt; oder: Ich spiele jetzt für 5 Minuten mit meinen Wasserfarben, schaue, welche sich gut kombinieren lassen, wie sie sich mischen, wie sie fließen ….
  • Strebe nicht nach Perfektion und fertigen Bildern, sondern fange einfach mit kleinen Skizzen an – am besten jeden Tag
  • Zeichne unterwegs und nutze Leerlaufzeiten

2. Die ‚Ich habe kein Talent‘-Ausrede oder die ‚Ich bin nicht gut genug‘-Ausrede

Dieser Punkt ist noch einmal einen ganz eigenen Artikel wert, denn die meisten Menschen fangen meiner Meinung nach genau aus diesem Grund nicht an, mit dem Malen – was eine furchtbar traurige Sache ist, denn auf Talent kommt es nun wirklich nicht an! Glaube mir, wenn ich sage: Talent ist vollkommen überbewertet!

Am Anfang kann Talent ein wenig helfen, um schneller in die Gänge zu kommen und Erfolge zu sehen, aber Talent kann einen auch abhalten, sich ab einem bestimmten Punkt weiter zu entwickeln. Nämlich dann, wenn du merkst, du kommst nicht weiter mit deinem Wissensstand und deinen Fähigkeiten. Wenn du dann Angst hast, dass dein Talent nicht dafür ausreicht, um z.B. Menschen zu malen, dann wirst du lieber einen Bogen darum machen, Menschen zu malen, denn es besteht die Gefahr, dass dir klar wird, dass du doch gar nicht so viel Talent hast wie du immer dachtest. Und das wäre sehr schmerzhaft. Diese Denkweise entspricht dem sogenannten fixed mindset. Talent wäre in diesem Falle eine begrenzte Ressource, über die hinaus man nicht reichen kann. Im Gegensatz dazu glauben Menschen mit einem growth mindset, also mit einem wachstumorientierten-Mindset, dass sie alles lernen können und sich stetig weiter verbessern können. Das war jetzt ultra-grob umrissen. In dem Artikel: Warum du kein Talent brauchst, um zeichnen zu lernen, erläutere ich das näher. Ich finde dieses Thema hoch spannend für alle Bereiche meines Lebens, denn ich weiß genau, dass mein Denken die meiste Zeit meines Lebens einem fixed mindset entsprochen hat und dass ich mich, seit ich angefangen habe, umzudenken sehr, sehr viel besser fühle – was wirklich extrem wohltuend ist! Und außerdem bringt es mich viiiiel weiter als die andere Denkweise, weil ich jetzt viel eher bereit bin, Neues auszuprobieren.

Kurz und knapp kann man es so festhalten:

Hard work beats talent if talent doesn’t work hard.

Wenn du übst und lernst, machst du viel mehr Fortschritte als wenn du dich nur auf dein Talent verlässt und Angst hast, dir durch Fehlversuche bestätigen zu lassen, dass du ja doch gar nicht wirklich gut bist. Wir können uns kaum fort entwickeln, wenn wir letzteres glauben. Dann besteht immer die Gefahr, dass wir uns selbst beweisen, nicht gut genug zu sein. Das Allerallerallerwichtigste ist es, dass wir Folgendes tief in uns drinnen glauben:

an sich selbst glauben
Ich bin genug!

Wenn wir das nicht nur glauben, sondern wissen, können wir alles im Leben erreichen. Ich empfehle dir hierzu auch sehr den Podcast von Laura Malina Seiler und insbesondere die Folge: Der wichtigste Satz deines Lebens: Du bist genug.

Was soll ‚gut genug‘ in Bezug auf das Malen überhaupt bedeuten? Gut genug wofür? Wem möchtest du gefallen? Wem etwas beweisen? Möchtest du nur für dich malen, ist es nur die eigene Beurteilung, die dich schlecht fühlen lässt. Doch die kannst du ändern! Du kannst liebevoll mit dir sein, dir sagen: Klar kann ich es nicht, ich habe es ja auch ewig lange nicht gemacht – oder noch nie. Aber ich kann und darf lernen, ich darf mich ausprobieren. Und wenn etwas nicht funktioniert, dann ist das auch ganz prima! Ich habe festgestellt, dass ich das so nicht schön finde und kann das nächste Mal etwas Neues ausprobieren.

Und selbst wenn du gut genug sein möchtest, um deine Bilder zu verschenken oder deine Bilder oder Illustrationen verkaufen möchtest – DIR selbst muss es gefallen! Wenn DU stolz darauf bist und etwas aus dem Herzen oder deiner Seele gemalt hast, dann finden deine Werke definitiv Anklang! Wenn dir sie selber nicht gefallen, dann kannst du Neues lernen! Nie war das einfacher als heute in diesem Informationszeitalter, in dem wir das Internet haben. Du kannst alles lernen, was du möchtest. Ohne Ausnahme.

Außerdem bin ich sowieso der Meinung, dass es beim Malen nicht um das Produkt geht – also in unserem Falle um das fertige Bild, sondern darum, dass wir uns selbst als kreative Person anerkennen und ausleben und was für ein Mensch wir auf unserer schöpferischen Reise werden.

Jeder Künstler, wirklich jeder, auch die ganz großen, die wir bewundern, hat Selbstzweifel. Das scheint in der Natur der Künstler – oder vielleicht der Menschen allgemein – zu liegen. Ich glaube, der Zeitpunkt, an dem man denkt, dass man jetzt perfekt ist und nichts mehr Neues lernen braucht, wird nie kommen. Es gibt immer Neues zu lernen und so lange das so ist, wird auch immer ein stückweit Angst da sein. Doch warum sind die großen Künstler so groß? Weil sie trotz ihrer Selbstzweifel einfach immer weiter machen und auf dem Weg lernen. Ja, auch sie haben Selbstzweifel, aber sie lassen sich nicht von ihren Selbstzweifeln abhalten zu malen. Sie verbessern sich mit jedem Bild.

Es ist außerdem nicht deine Aufgabe, ständig deine Bilder zu beurteilen, sondern es ist deine Aufgabe zu malen, wenn du dich denn dafür entschieden hast.  Lass andere dein Bild beurteilen (oder auch nicht) und male in der Zwischenzeit einfach weiter. Wie sagte Dori in ‚Findet Nemo‘ so schön: Einfach schwimmen, einfach schwimmen … oder in unserem Fall: einfach malen, einfach malen … Mach einfach immer weiter und du verbesserst dich ganz automatisch mit jedem Mal.

Lösung:

  • Schreibe dir hinter die Ohren, dass Talent so gut wie keine Rolle spielt beim zeichnen lernen – oder hast du dich je gefragt, ob du wohl Talent haben wirst zum Auto fahren? Und letzteres ist viel komplexer! Du kannst alles, alles lernen!!!
  • Frage dich erst gar nicht, ob du gut genug bist, fange einfach an und lerne auf dem Weg
  • Du bist genug!
  • Lernen und Üben bringen dich garantiert weiter als jegliches Talent – also: einfach malen, einfach malen …
  • Freunde dich mit deinem inneren Kritiker an, denn er wird immer da sein, aber sei auf deinem Weg geduldig und liebevoll mit dir selbst

3. Die ‚Ich weiß nicht, was ich malen soll‘-Ausrede

Über dieses Thema könnte ich Romane schreiben! Meine Tochter kam jahrelang so oft zu mir und fragte mich: Mama, was kann ich malen? Heute lässt sie sich gerne bei Instagram oder Pinterest inspirieren. Oder sie malt etwas zu ihrem Lieblingsthema: Essen. Da sie auch äußerst gerne bäckt, sind das oft Muffins in allen Farben und Formen, aber auch Huldigungen an Nutella oder Burger. Ja, wir essen meistens gesund. Aber Spinat ergibt wahrscheinlich kein so ansehnliches Bild. 🙃

Und schon sind wir mittendrin im Thema. Was ist DIR wichtig im Leben? Hast du ein Hobby oder eine Leidenschaft wie gärtnern oder deinen Hund? Pflanzen und Tiere sind tolle Motive! Ich hatte zum Beispiel schon immer eine Leidenschaft für niedliche Tiere. Wann immer ich solche Designs auf Verpackungen o.ä. gesehen habe, war ich total begeistert und habe immer versucht heraus zu finden, wie so etwas gemalt wird. Ich hatte auch als Kind ein besonderes Erlebnis, als mein Onkel, der Holzbildhauer war, auf einem Familiengeburtstag Hasen in allen möglichen Variationen auf eine Papiertischdecke zauberte. Für mich war das wirklich magisch – als ob sie zum Leben erwachen würden. Diese Bilder habe ich lange aufbewahrt. Ich zeichne aber auch schon immer gerne Architektur. Ich liebe krumme und schiefe Fachwerkhäuser, die Bäderarchitektur an der Ostsee und Zwiebeltürmchen. Besondere Fenster und Türen ziehen mich auch immer wieder in ihren Bann. Außerdem betrachte ich sehr, sehr gerne Wolken und spiele das alte Kinderspiel, indem ich versuche, Formen oder Tiere darin zu erkennen. Ich betrachte gerne meine Kinder und halte Momente mit ihnen in meinem Skizzenbuch fest. Ich mag weite Landschaften und vor allem das Meer und Seen.

Es ist so individuell, was uns gefällt. Was ist wichtig für dich und spielt eine besondere Rolle in deinem Leben oder zieht immer wieder deine Aufmerksamkeit auf sich? Lasse dich hier nicht von eventuell aufkommenden Gedanken bremsen wie: Ich kann aber keine Menschen malen. Logisch kannst du es gerade nicht. Du weißt noch nicht, wie du damit anfangen sollst – wie du da heran gehen könntest, um das zu lernen.

Lösung:

  • Mache ein Brainstorming, was in deinem Leben wichtig ist und was du gerne auf dem Papier festhalten möchtest – wie beim Brainstorming üblich, notiere einfach alles, was dir einfällt und lass dich nicht von zweifelnden Gedanken bremsen, dass du dies oder jenes nicht malen kannst. Du kannst es NOCH nicht! Doch du kannst alles, alles lernen!
  • Fange wieder an zu staunen und betrachte die Welt mit anderen Augen. Dazu passt auch folgender Artikel: Warum du unbedingt wieder malen solltest.  Schau dich einfach um. Es gibt so viel Schönes in deinem Leben.
  • Lege dir eine Seite in deinem Notizbuch an oder lege dir einfach einen Zettel auf den Nachttisch. Vor dem Einschlafen kommen einem ja oft die besten Ideen. 😊 Wann immer dir etwas einfällt, schreibe es auf.
  • Schaue dich bei Instagram oder Pinterest um. Dort gibt es so viele tolle Künstler! Welche Bilder sprechen dich am meisten an? Bei welchen denkst du: das würde ich sooo gerne auch können? Lass dich inspirieren!
  • Schaue dir auch gerne Postkarten in Buchläden oder illustrierte Bücher oder Zeitschriften wie die Flow an. Es gibt unendlich viele Quellen!
  • Gehe auch raus und lass dich inspirieren: in Museen, in der Natur, in der Stadt. Dein Leben wird so viel reicher, wenn du dich einmal mit wirklich offenen Augen umsiehst. Du wirst es nie wieder anders haben wollen.
  • Was möchtest du mit deinen Bildern ausdrücken? Ich liebe es zum Beispiel, bestärkende Sprüche zu illustrieren. Vielleicht möchtest du die Glücksmomente, für die du dankbar bist im Leben festhalten: eine schöne Kerze, Blumen, die du geschenkt bekommen hast, ein Lächeln von jemandem. Oder innere Dialoge oder Auseinandersetzungen. Oder Dialoge mit anderen. Schau dir hierfür zum Beispiel mal die Instagram-Accounts von Mari Andrew oder Frannerd an. Es geht nicht darum, perfekt zeichnen zu können, sondern darum, etwas mit seinen Bildern auszudrücken. Was möchtest du gerne auf das Papier bringen? Vielleicht Dinge, die du verarbeiten möchtest … oder all das Schöne, das dich umgibt, Wünsche, Träume, Visionen …
  • Lass dir bitte Zeit für diese Fragen. Ich denke wirklich, das ist ein Prozess, in dem du heraus finden wirst, was du gerne malen möchtest. In der Zwischenzeit probiere einfach aus, worauf du Lust hast. Das ist das Allerwichtigste!
  • Und denke daran: Deine Motivwahl ist nicht in Stein gemeißelt. Male, worauf du Lust hast und was heute für dich wichtig ist.
  • Lies dir gerne zu diesem Thema diesen Artikel durch: Was soll ich malen oder die Angst vor dem leeren Blatt

4. Die ‚Es ist zu spät für mich‘-Ausrede

Wann ist das richtige Alter, um (wieder) mit dem Malen anzufangen? Ich bin der Meinung, dieses Alter gibt es nicht. Es gibt Menschen, die fangen noch mit 80 an, eine Fremdsprache oder ein Computerprogramm zu lernen – oder aber zu malen.

Nichts ist jemals zu spät, wenn es für dich wichtig ist!

Du kannst in JEDEM Alter (wieder) mit dem Malen anfangen! Alles, was nötig ist, ist dass du selbst daran glaubst! Glaube an dich und nutze deine Freude am Malen zum Lernen von Neuem. Es gibt tausende Möglichkeiten, das Malen zu erlernen. Es gibt heutzutage alles da draußen.

Ja, deine ersten Versuche sind vielleicht holprig und entsprechen ganz und gar nicht deinen Vorstellungen, aber gib hier auf keinen Fall auf! Deine Bilder zeigen deine Fähigkeit zu zeichnen von dem Alter, als du damit aufgehört hast. Und wenn du deine letzten Bilder mit 5 Jahren gemalt hast, werden deine heutigen Bilder genau die Konzepte widerspiegeln, die du beim Malen mit 5 Jahren hattest. Im Großen und Ganzen wird dein Baum aussehen wie der, den du mit 5 Jahren gemalt hast: unten ein langes Rechteck und oben eine kreisförmige oder ovale Krone, die an den Rändern etwas aussieht wie eine Wolke mit vielen kleinen Halbkreisen anstatt einer geradlinigen Kontur. Aber letzteres könnte schon fortgeschrittener Level sein.

Fest steht: Wir haben Konzepte im Kopf, wie man dieses oder jenes malt, aber wir können auch lernen, genau hinzusehen und das zu malen, was tatsächlich da ist. Und von diesem Punkt können wir wiederum lernen, zu abstrahieren und unsere eigene Interpretation des Baumes zu zeichnen. Das liegt ganz an deinem eigenen Stil, den du im Laufe der Zeit entwickeln wirst. Du kannst realistisch zeichnen oder sogar fotorealistisch und quasi jedes einzelne Blatt des Baumes malen oder du erfasst die für dich wichtigsten Informationen und setzt diese auf dem Papier um. Ich selbst zeichne nicht gerne sehr realistisch. Ich bin auch der Meinung, dass gerade die Kreativität des Künstlers und wie dieser etwas sieht und interpretiert, das Spannende an einem Bild ist. Lies hierzu gerne in dem Artikel: Den eigenen Zeichenstil finden …

Lösung:

  • Glaube daran, das du das Malen lernen kannst wie jede andere Fähigkeit auch – ich weiß, ich wiederhole mich 😉 – aber es ist nun einmal wichtig!
  • Du hast einen entscheidenden Vorteil Kindern gegenüber: Kinder malen intuitiv und schauen sich hier und da auch mal etwas ab, aber du kannst das Malen jetzt systematisch erlernen – suche dir also Anleitungen und gehe es an.
  • Gehe in kleinen Schritten vorwärts und du wirst besser werden. Das wird das unausweichliche Ergebnis sein. Es geht gar nicht anders als dass du besser wirst
  • Sei nicht entmutigt, wenn die ersten Versuche nicht deinen Vorstellungen entsprechen, sondern lerne einfach weiter
  • Schau dir auch etwas von Kindern ab und bleibe immer neugierig. Das ist der einfachste und auch freudvollste Ansatz auf deinem Weg. Wie schon Einstein sagte: „Ich habe kein spezielles Talent. Ich bin einfach nur leidenschaftlich neugierig.“
  • Und noch eine Einstellung von Kindern: Es ist ein Spiel. Aber eines, bei dem es nichts zu gewinnen oder zu verlieren gibt. Also verurteile dich nicht. Genieße einfach deine Zeit❣️

5. Die ‚Ich habe nicht die richtigen Materialien‘-Ausrede bzw. ‚Ich mag keine Materialien verschwenden‘-Ausrede

Malen und zeichnen – ich nutze diese beiden Wörte quasi als Synonyme, aber sie bedeuten eigentlich nicht dasselbe. Zeichnen ist für mich, etwas aus der Realität in Outlines, also Umrissen auf das Papier zu bringen. Malen bedeutet für mich, nichts vorab zu skizzieren und stattdessen gleich Farbe auf das Papier oder einen anderen Untergrund zu bringen. Ich selber tue letzteres eigentlich so gut wie nie. Ich zeichne, weil ich etwas darstellen möchte – einen Gedanken, der mir wichtig ist oder etwas aus meinem Alltag – eine neue Pflanze, meine Kinder, eine Landschaft, ein schönes Gebäude … und dann koloriere ich diese Skizzen. Ich nenne meine Bilder daher Illustrationen und das, was ich tue, illustrieren.

Sowohl für das Malen als auch für das Zeichnen braucht es nicht viel. Die teuersten Materialien machen keinen Künstler aus einem, während man mit günstigen Materialien auch sehr gute Ergebnisse erzielen kann, wenn man weiß, wie man sie zu benutzen hat. Plus: Günstige Materialien wird man wahrscheinlich viel eher und öfter verwenden als die teuren. Ich habe schon oft damit gehadert, mein teures Aquarellpapier hervor zu holen. Mein Gedanke war oft: Aber das ist doch Verschwendung. Ich kann es ja noch gar nicht und wenn es dann nichts wird, ist das gute Papier verschwendet und der arme Baum musste umsonst sterben … Dieses Sparen mit dem Papier kommt aus meiner Kindheit, als es nicht immer Papier zum Malen gab (das kannst du hier auf der Über-mich-Seite nachlesen). Und wenn es Papier gab und wir damit bastelten, wurde strengstens darauf geachtet, dass ich die Kreise nur am Rand ausschneide und zwar ordentlich, damit kein Fitzelchen verschwendet wird. Das ist irgendwie bei mir hängen geblieben. Es ist sicher gut, verantwortungsvoll mit den Materialien zu sein, aber ich versuche das jetzt so zu sehen:

Farben und Papier sind nur verschwendet, wenn du sie nicht benutzt!

Was macht es für einen Sinn, die Materialien nicht dafür zu benutzen, wofür sie da sind? Denk an den ganzen Werbungsmüll, den es tagtäglich gibt und der weg geworfen wird? Was ist dagegen ein Aquarellpapier und ein wenig Farbe? Außerdem können wir auch hier kreativ werden und zum Beispiel auf alte Buchseiten malen. Das habe ich auch schon gemacht und fand es richtig toll.

Wofür du die Materialien verwendest, ist viel zu wichtig für dich, als dass man von Verschwendung reden könnte.

Wie gesagt, gerade am Anfang braucht es nicht die teuersten Materialien. Zum Skizzieren reicht ein Druckbleistift mit Radierer, ein Kuli oder Fineliner – wasserfeste, wenn du das Bild noch nass kolorieren möchtest. Zum Kolorieren kann man Buntstifte oder Wasserfarben nehmen. Das können auch normale Schulfarbkästen sein oder Temperafarben und Deckweiß. Ich finde, die größte Rolle spielt tatsächlich das richtige Papier, denn mit Wasserfarben kann man nicht auf Druckerpapier malen, da sich das wellt, sich kleine Papierkügelchen abrollen oder es sogar durch weicht und kaputt geht. Was Pinsel angeht, würde ich ein paar gute Pinsel anschaffen. Es müssen nicht gleich 50 verschiedene sein. Es gibt schon gute Pinselsets bei amazon für um die 10 Euro. Auch Wassertankpinsel liebe ich sehr.

Lösung:

  • Verwende gerade am Anfang nicht die teuersten Materialien, da du sie sonst wahrscheinlich viel seltener benutzt.
  • Spare aber auch nicht an der falschen Stelle, nämlich z.B. beim Malen mit Aquarellfarben beim Papier.
  • Drehe diesen Gedanken, dass du keine Materialien verschwenden darfst, in deinem Kopf um: Zeichenmaterialien sind nur verschwendet, wenn du sie liegen lässt. Sie sind dafür da, um benutzt zu werden! Führe sie ihrer Bestimmung zu. 😊

6. Die ‚Ich habe keinen Platz‘-Ausrede

Wenn du denkst, du kannst nicht malen, weil du ja keinen Platz dazu hast, dann kann ich das sehr gut verstehen. Ich habe die meiste Zeit auf dem Sofa oder am Küchentisch gemalt. Dann bat ich meinen Mann, mir einen Tisch im Schlafzimmer aufzustellen. Es entstand eine wunderschöne kleine Ecke mit meiner geliebten blauen Tapete aus England. Irgendwann befand ich aber, ich brauche mehr Platz – und ich möchte nicht auf eine Wand starren. Also habe ich meinen Mann überredet, dass ich einen Tisch im Wohnzimmer brauche – einen, der größer ist und der am Fenster steht und weil er im Wohnzimmer steht, kann ich auch immer für die Kinder präsent sein. Es ist definitiv von Vorteil, wenn man seine Malsachen einfach liegen lassen kann und sie nicht jedes Mal aufs Neue zusammen suchen muss. ABER: Im Grunde genommen waren auch das alles nur Ausreden. Ich habe vorher ja auch gemalt, ganz ohne eigenen Tisch. Ich musste da wirklich öfter in mich gehen und mich fragen: was ist der wahre Grund? Es liegt nicht am Tisch, wenn ich mal nicht male. Malen kann ich in der kleinsten Ecke. Ich muss dabei auch immer an die italienische Familie denken, die ich in einer toskanischen Stadt beobachtet habe. Die Familie saß im Schatten auf einer Mauer gegenüber einer Kirche. Der Mann hatte ein kleines Skizzenbuch, irgendwas zwischen A5 und A6 und einen kleinen Malkasten. Er hat ein unglaublich tolles Bild von der Kirche gemalt. Und das mit Materialien aus seiner Hosentasche!

Lösung:

  • Wenn du denkst, du hast keinen Platz zum Malen – gehe in dich und frage dich, was der wirkliche Grund ist? Vielleicht ist der Platz nur ein Synonym für: Das Malen hat keinen Platz in meinem Leben? Was ist der eigentliche Grund, der dahinter steckt?
  • Wenn du anerkennst, dass das Malen ein wichtiger Teil von dir ist – oder wieder werden soll – dann wirst du einen kleinen Platz finden. Und wenn du deine Materialien in einer sortierbaren Box neben dem Bett oder dem Sofa aufbewahrst …

7. Die Universalausrede ‚Ich kann nicht malen wegen Zeit, Familie, xyz‘-Ausrede

Ich weiß nicht, ob das auf dich zutrifft, aber ich hatte das selber lange: Ich kann ja nicht malen, weil ich viel zu viel anderes zu tun habe, weil meine Eltern mir kein kreatives Studium erlaubt haben, weil es nutzlos ist, weil ich es nicht mehr kann blablabla …. Das sind quasi alle Ausreden in einer. Aus diesem Opfermodus heraus kann man aber nicht erschaffen und nicht kreativ werden. Man gibt seine Macht an andere ab. Diese sind schuld, dass man nicht ins Handeln kommen kann.

Ich habe an irgendeinem Punkt für mich festgestellt: Du bist erwachsen! Du kannst selber entscheiden, wie du mit deiner Zeit umgehst und ob du für dich selbst da bist und dir diese Freude im Leben erlaubst. Kein anderer ist dafür verantwortlich, dass du heute nicht malst. Solange du sehen kannst, deine Hand funktionsfähig ist und du einen Bleistift und Papier besitzt, kannst du malen. Diese hinderlichen Gedanken sind Barrieren, die du dir selber in deinem Kopf zurecht legst. Die Frage ist nur: Wie gerne möchtest du es? Was ist dir wichtiger? Deine Gründe beizubehalten oder Wege zu finden, um es endlich wahr zu machen? Kurz: Ich hatte die Nase voll davon, mir all diesen Bullshit und die ewig gleiche Leier zu erzählen. Ich wollte das nicht mehr hören und war genervt von meinen eigenen ewig nachwachsenden Ausreden.

Lösung:

  • Übernimm Verantwortung für dein Leben und lass den Opfermodus los. Er tut dir nicht gut. Kein anderer ist für dein Handeln oder Nicht-Handeln verantwortlich. Es ist dein Leben! Entscheide, was dir wichtig ist und wie du als Mensch sein möchtest, womit du deine Zeit verbringen möchtest und welchen Dingen du darin Raum geben möchtest. Es ist ganz allein deine Entscheidung! Triff eine bewusste, kraftvolle Entscheidung, wie dein Leben aussehen soll.
  • Vergib den Menschen in deiner Vergangenheit oder Gegenwart, die dich davon abgehalten haben oder dich immer noch davon abhalten. Alles, was sie sagen oder tun, hat NUR (!) mit ihnen selbst zu tun. Sie finden, malen ist Zeitverschwendung? Gut, dann ist es das für sie! Aber doch nicht für dich! Ihre Beurteilungen gehören ihnen. Noch mal: Urteile selbst, was für dich wichtig ist. Die anderen können ihre Meinung gerne beibehalten. Das sollte dich allerdings nicht im Geringsten bekümmern.
  • Schaue dir die Lösung für alle anderen Ausreden unter den entsprechenden Punkten an

Es gibt so viele Ausreden und Gründe, warum wir uns selber erzählen, wir könnten nicht malen, wir sollten es nicht etc. Auch ich tappe manchmal noch in eine dieser Fallen. Seitdem ich allerdings meditiere und gelernt habe, meine Gedanken quasi von außen zu betrachten, fällt mir immer schneller auf, wann ich einen Gedanken habe, der mir nicht dient. Ich schaue ihn mir dann an und lasse ihn einfach wieder ziehen. Es ist nur ein Gedanke, mit dem ich mich nicht mehr identifiziere. Ich habe schließlich meine Entscheidung getroffen, dass das Malen zu meinem Leben dazu gehört, auch wenn das nicht jeder versteht.

Jetzt würde ich wirklich unglaublich gerne von dir wissen, ob du die eine oder andere Ausrede auch kennst. Ich hoffe so sehr, dass dir meine Lösungsmöglichkeiten helfen, die Ausreden beiseite zu schieben und wieder mit dem Malen anzufangen. Wenn du malen möchtest, dann tu es und zwar ohne schlechtes Gewissen, weil dir eine dieser Ausreden durch den Kopf gehen.

Was ist bisher deine größte Ausrede? Oder sind es alle zusammen? Das würde mich wirklich sehr interessieren, denn ich weiß, dass es vielen Menschen mit diesen Ausreden hadern.

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